Wo einst Flößer arbeiteten, Bürger feierten und Hochwasser die Stadt bedrohten, erhebt sich heute ein eindrucksvolles Bauwerk moderner Kirchenarchitektur: die evangelische Stadtkirche am Lindenplatz in Pforzheim. Ein historischer Ort mit vielen Geschichten – vom Mittelalter bis heute.

Pforzheim – Der Lindenplatz am Zusammenfluss von Enz und Nagold blickt auf eine lange, bewegte Geschichte zurück. Einst diente er als Festwiese der mittelalterlichen Stadt, wurde durch Hochwasser regelmäßig bedroht und war über Jahrhunderte ein Ort des Handels, Glaubens und gesellschaftlichen Lebens. Heute markiert er das Herzstück der Innenstadt mit einer bedeutenden Sehenswürdigkeit: der evangelischen Stadtkirche.

Geschichte und Wandel eines Stadtplatzes

Bereits um 1643 ist der Lindenplatz als grüne Festwiese belegt – benannt nach den dort gepflanzten Linden. Ein Armbrustschießhaus und ein angrenzender Wehrturm prägten damals das Bild des Platzes. Mit der Zeit entwickelten sich in der angrenzenden Auer Vorstadt wichtige Gewerbe wie die Flößerei. 1342 erstmals erwähnt, war sie bis ins 19. Jahrhundert hinein einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige der Stadt.

Der Bau hoher Ufermauern ab 1902 zum Schutz vor Überschwemmungen veränderte das Flussufer grundlegend. 1899 wurde schließlich die neogotische Stadtkirche auf dem Lindenplatz eingeweiht – ein Bauwerk, das wie viele andere im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde.

Neuanfang nach der Zerstörung

Die ursprüngliche Stadtkirche wurde 1962 endgültig gesprengt, obwohl ihr Turm ursprünglich als Mahnmal erhalten bleiben sollte. An ihrer Stelle entstand zwischen 1964 und 1968 nach Plänen des Architekten Heinrich Otto Vogel ein Neubau mit klaren, geometrischen Linien und markanter Architektur. Der heutige Kirchensaal steht in Kontrast zu seinem historischen Vorgänger – schlicht im Stil, dafür reich an künstlerischer Bedeutung.

Besonders hervorzuheben sind die bronzenen Türflügel des Hauptportals von Ulrich Henn. Dargestellt wird das biblische Motiv des Untergangs von Sodom und Gomorra – eine eindrucksvolle Allegorie für das Leid und die Zerstörung Pforzheims im Krieg.

Ort der Musik und Begegnung

Die Stadtkirche ist heute nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein kulturelles Zentrum. Kunstvolle Glasarbeiten von Wolfgang Kappis und Hans Gottfried von Stockhausen sowie eine überregional bekannte Kirchenmusik machen den Ort zu einem lebendigen Bestandteil der Stadtgesellschaft.



 

Quelle KI

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