Was einst Zentrum der mittelalterlichen Neustadt war, wurde 1945 fast vollständig zerstört – und doch ist der Pforzheimer Marktplatz heute lebendiger denn je. Ein Blick auf Geschichte und Wiederaufbau des wichtigsten Platzes der Stadt.

Pforzheim. Der Marktplatz war über Jahrhunderte Herz und Mittelpunkt der Goldstadt – geprägt von prachtvoller Architektur, historischen Bauten und städtischem Leben. Die Zerstörung durch den verheerenden Luftangriff am 23. Februar 1945 ließ von dieser Pracht kaum etwas zurück. Doch Pforzheim baute wieder auf – modern, funktional und mit neuem Selbstverständnis.

Historisches Zentrum seit dem 12. Jahrhundert

Der Marktplatz entstand als Zentrum der staufischen Neustadt im 12. Jahrhundert. Ein markantes Bauwerk war der Marktbrunnen an der Nordseite, der 1548 ein Standbild erhielt und nach Markgraf Ernst benannt wurde. Über Jahrhunderte hinweg diente er als städtischer Treffpunkt und messtechnischer Mittelpunkt.

Bis zum Zweiten Weltkrieg prägten eindrucksvolle Gebäude das Bild des Platzes. Dazu zählten das Rathaus im Neorenaissancestil von Stadtbaumeister Alfons Kern, das Geschäftshaus Beckh am Markt mit Gastwirtschaft, entworfen vom bekannten Jugendstilarchitekten Hermann Billing, sowie die Warenhäuser Wronker & Co. und Geschwister Knopf, deren Jugendstilfassaden das westliche Platzbild bestimmten.

Zerstörung 1945 und Neuanfang

Am 23. Februar 1945 wurde der gesamte Marktplatz durch Bombenangriffe schwer beschädigt. Das historische Rathaus, die Geschäftshäuser und das einstige Stadtbild gingen verloren. Die Ruinen wurden abgetragen – ein radikaler Bruch mit der Geschichte.

Der Wiederaufbau begann in den 1950er Jahren, gipfelnd im Entwurf des Neuen Rathauses von 1973, das nach Plänen des Architekten Rudolf Prenzel errichtet wurde. Es strukturierte den Platz neu: Ein langgestreckter und ein kurzer Flügel fassen das sechseckige Ratssaalgebäude ein. Betonreliefs von Wolfgang Kappis strukturieren die Sichtbetonfassaden.

Rathaus heute: Kunst, Klang und Bürgernähe

Der Ratssaal wurde von der renommierten Innenarchitektin Herta-Maria Witzemann gestaltet. Besonders eindrucksvoll: 13 hölzerne Relieftafeln des Künstlers HAP Grieshaber und Skulpturen aus seinem Zyklus „Männerwald“ im Foyer.

Ein weiteres Highlight: Das Glockenspiel des Neuen Rathauses mit 46 Glocken, das von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Unternehmen gestiftet wurde. Es spielt täglich Melodien, abgestimmt auf die Jahreszeiten, und ist ein Symbol für die Verbundenheit der Stadt mit ihren Einwohnern.


Fazit:
Der Marktplatz Pforzheim ist ein Ort des ständigen Wandels – vom mittelalterlichen Zentrum über die Kriegszerstörung bis hin zum modernen Bürgerforum. Er steht sinnbildlich für die Geschichte, den Verlust und den Wiederaufbauwillen einer Stadt, die sich ihrer Vergangenheit stellt und gleichzeitig die Zukunft gestaltet.

 

Quelle KI

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