Enzkreis: Wildunfallprävention im Enzkreis wird um ein Jahr verlängert

Das Modellprojekt zur Senkung von Wildunfällen im Enzkreis wird weitergeführt und wissenschaftlich begleitet.


Das Projekt zur Wildunfallprävention im Enzkreis wird um ein weiteres Jahr verlängert. Ziel bleibt, besonders unfallträchtige Strecken zu identifizieren und wirksame Maßnahmen zur nachhaltigen Reduzierung von Wildunfällen zu erproben. Der Enzkreis wurde 2023 gemeinsam mit einem weiteren Landkreis als Modellregion ausgewählt.

Zu den umgesetzten Maßnahmen zählen digitale Dialogdisplays, die mit einem aufblinkenden Hirsch auf erhöhte Wildwechselgefahr hinweisen. Diese stehen an der Bundesstraße 35 zwischen Illingen und Lienzingen sowie an der Bundesstraße 294 zwischen Neulingen-Bauschlott und Bretten. Ergänzend wurden Straßenränder an ausgewählten Abschnitten häufiger gemulcht, um die Sicht auf aus dem Wald tretende Tiere zu verbessern. Auf einer Strecke wurde zudem eine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Wildwechsel-Verkehrsschilder entfernt und nur an Strecken mit nachweislich erhöhtem Wildunfallaufkommen wieder aufgestellt. Teilweise erfolgte dies testweise mit deutlich größeren Schilderformaten, um die Wahrnehmbarkeit zu erhöhen.

Das Projekt wird im Enzkreis gemeinschaftlich von Straßenverkehrsbehörde, Straßenmeisterei, Naturschutz- und Jagdbehörde, Forstamt, Polizei, Kommunen und Jägerschaft umgesetzt. Wissenschaftlich begleitet wird es vom Wildtierinstitut der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt, das bundesweit zu Wildunfällen forscht.

Erste Geschwindigkeitsmessungen auf den Teststrecken zeigen, dass Verkehrsteilnehmer auf die Maßnahmen reagieren und langsamer fahren. Aussagekräftige Rückschlüsse auf die Entwicklung der Unfallzahlen sind jedoch aufgrund geringer Fallzahlen und jährlicher Schwankungen nach zwei Jahren noch nicht möglich. Vor diesem Hintergrund hat das Land Baden-Württemberg entschieden, das Projekt zu verlängern, um eine belastbarere Datenbasis zu schaffen. Die fachliche Begleitung durch die FVA wird fortgesetzt.

Unabhängig von technischen und organisatorischen Maßnahmen bleibt Aufmerksamkeit im Straßenverkehr ein zentraler Faktor. Besonders in Dämmerungszeiten besteht erhöhte Wildwechselgefahr. Angepasste Geschwindigkeit und erhöhte Wachsamkeit gelten weiterhin als wichtigste Mittel zur Vermeidung von Wildunfällen.

 


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Warum wird das Projekt verlängert?
Die bisherige Datengrundlage ist noch nicht ausreichend, um belastbare Aussagen zur Unfallentwicklung zu treffen. Ein weiteres Jahr soll dies ermöglichen.

Welche Maßnahmen werden getestet?
Eingesetzt werden unter anderem digitale Warnschilder, angepasste Beschilderung, gemulchte Straßenränder und Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Wo stehen die Dialogdisplays?
An der B35 zwischen Illingen und Lienzingen sowie an der B294 zwischen Neulingen-Bauschlott und Bretten.

Wer begleitet das Projekt wissenschaftlich?
Das Wildtierinstitut der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt aus Freiburg.

Was können Verkehrsteilnehmer selbst tun?
Besonders in der Dämmerung aufmerksam und mit angepasster Geschwindigkeit fahren, um Wild rechtzeitig zu erkennen.

 

PM: (ENZ)

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