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Wo einst Eisen verarbeitet wurde, spazieren heute Familien, Jugendliche und Senioren: Der Benckiserpark in Pforzheim hat eine bewegte Vergangenheit – von industrieller Innovation bis hin zur städtischen Naherholung. Eine historische Spurensuche mitten in der Goldstadt.

Pforzheim. Der Benckiserpark im Herzen Pforzheims ist heute eine grüne Oase – doch seine Wurzeln reichen tief in die Industriegeschichte der Stadt zurück. Was vielen Spaziergängern heute nicht mehr bewusst ist: Hier wurde einst Eisen geschmiedet und Stadtentwicklung geschrieben.

Bereits im 18. Jahrhundert entstand auf dem Gelände ein Eisenwerk, das später unter dem Namen Gebrüder Benckiser bekannt wurde. Die Firma entwickelte sich zum größten Industrieunternehmen Pforzheims und wurde für ihre Eisenbrücken und Versorgungssysteme im In- und Ausland geschätzt.

Rund um das Werk befanden sich prächtige Gebäude – allen voran die Villa der Familie Benckiser, erbaut vor 1790 im klassizistischen Stil. Ihr weitläufiger Garten bildete die Grundlage für den heutigen Benckiserpark. 1918 überließ die Familie den Park der Stadt mit der Auflage, ihn dauerhaft als öffentliche Grünfläche zu erhalten.

Ein markantes Relikt dieser Epoche ist der Benckiserbrunnen, gegossen im Jahr 1875 im hauseigenen Werk – ein Kunstwerk aus Eisen und Symbol für die damalige Wasserversorgung Pforzheims.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich das Areal grundlegend. Die zerstörte Villa wich 1949 dem Haus der Jugend, das mit Hilfe der US-amerikanischen Besatzung entstand. Heute ist es ein beliebter Treffpunkt für junge Menschen und wurde zuletzt 2017 erweitert.

Die ehemalige Werkhalle des Benckiser Eisenwerks steht ebenfalls noch: Nach dem Wiederaufbau in den 1950er Jahren dient sie heute als überbetriebliche Ausbildungsstätte für das Bauhandwerk.

Auch das benachbarte Gebäude der einstigen Schmuckfabrik Kordes & Lichtenfels, erbaut 1923/24, prägt bis heute das Bild des Quartiers. Die architektonisch markante Fassade mit ihren Wandpfeilern und Glasflächen folgt elegant dem Verlauf der Habermehlstraße.

Vom Hammerwerk zum Erholungsraum – der Benckiserpark erzählt auf Schritt und Tritt ein Kapitel Pforzheimer Stadtgeschichte. Er verbindet Industrieerbe mit urbaner Lebensqualität – und bleibt damit ein stiller Zeitzeuge im Wandel der Jahrhunderte.

 

 

Quelle KI

 

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