Partnerschaftsgewalt nimmt in Stadt und Landkreis Ludwigsburg deutlich zu. Politik und Verwaltung reagieren mit neuen Schutzangeboten und Prävention.

Die Zahl der Fälle von Partnerschaftsgewalt in Ludwigsburg ist deutlich gestiegen. Laut einer Antwort des Innenministeriums Baden-Württemberg auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Silke Gericke (Grüne) nahm die Partnerschaftsgewalt im Zeitraum 2023 bis 2024 in der Stadt Ludwigsburg um 32,86 Prozent und im Landkreis um 38,4 Prozent zu.

Dabei sind vor allem Frauen betroffen: Im Jahr 2023 lag der Anteil weiblicher Opfer von Partnerschaftsgewalt mit einem männlichen Tatverdächtigen im Landkreis bei 98,3 Prozent, in der Stadt Ludwigsburg bei 97,1 Prozent.

OB Knecht fordert klare Haltung
Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf:
„Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache. Sie ist eine tiefgreifende gesellschaftliche Herausforderung, der wir uns als Stadt stellen – mit Vorbeugung, Schutzangeboten und einer klaren Haltung.“

Die Stadt Ludwigsburg setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Verein Frauen für Frauen, der Beratung und Schutzplätze für Betroffene bietet. Zudem engagiert sich Ludwigsburg bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention und richtet seit 2021 jährlich am 10. März einen Gedenktag für Mädchen und Frauen aus, die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt wurden.

Zweites Frauenhaus für Ludwigsburg
Ein zentraler Fortschritt ist die geplante Einrichtung eines zweiten Frauenhauses: Mit Unterstützung des Landes, das 2,8 Millionen Euro für die Sanierung des alten Kurhotels in Ludwigsburg-Hoheneck bereitstellt, soll das dringend benötigte Schutzangebot Realität werden.

Handlungsbedarf auch bei innerfamiliärer Gewalt
Nicht nur Partnerschaftsgewalt, sondern auch innerfamiliäre Gewalt bleibt ein Problem. 2023 wurden im Landkreis Ludwigsburg 229 Männer und 244 Frauen Opfer innerfamiliärer Delikte – in beiden Fällen waren die Täter überwiegend männlich. Ähnlich ist das Bild in der Stadt Ludwigsburg.

Gleichstellungsbeauftragte fordert mehr Transparenz
Die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Kristina Wolff betont: „Gewalt gegen Frauen ist Ausdruck historisch gewachsener ungleicher Machtverhältnisse. Vorbeugung braucht Haltung, Ressourcen und verbindliche Strukturen. Betroffenheit reicht nicht.“



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